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Ein neuer Club direkt am Alex – damit hat 2026 niemand gerechnet, besonders nach den Diskussionen ums Clubsterben der letzten Jahre. Doch im März öffnet das AMT in den S-Bahn-Bögen der Dircksenstraße. Für die Berliner Club- und Erotikszene besonders spannend: Neben zwei Dancefloors sind ein Darkroom und explizit sexpositive sowie queere Partys angekündigt. roksa berlin hat alle Infos und eine erste Einordnung.
Ein Club-Highlight an ungewohnter Stelle
Der Alexanderplatz galt lange als Party-Ödland – abgesehen vom House of Weekend mit seiner Dachterrasse. Umso überraschender kommt die Ankündigung, dass ausgerechnet hier, in den historischen S-Bahn-Bögen, ein neuer Club aus dem Boden stampft. Die Adresse: Dircksenstraße 114, Mitte. Unter einem Spätkauf versteckt, entstehen zwei Tanzflächen, die insgesamt Platz für mehrere Hundert Gäste bieten. Die Eröffnung ist für März 2026 geplant.
Damit bekommt der zentrale Verkehrsknoten ein echtes Nachtleben-Angebot, das nicht nur wegen seiner Lage punktet. Für viele Clubgänger ist die gute Anbindung ein Segen – kein stundenlanges Pendeln mehr nach Spandau oder Westend, wo mit dem C115 und AM Club 2025 zwei Locations eröffneten.
Robert Havemann: Gastronom mit Erfahrung
Hinter dem AMT steckt Robert Havemann, ein bekanntes Gesicht der Berliner Gastroszene. Er betreibt unter anderem die Neuköllner Cocktailbar Velvet und die Indoor-Surfhalle Wellenwerk. Nun wagt er sich ins Clubgeschäft – und setzt auf ein durchdachtes Raumkonzept: Neben den beiden Tanzflächen sind ein Darkroom und eine Chill-out-Area fest eingeplant. Damit reagiert der Club auf Bedürfnisse, die in der queeren und sexpositiven Community längst Standard sind.
Musik: Elektronisch, queer, sexpositive – und mehr
Das AMT will kein reiner Techno-Tempel werden. Am Wochenende dominieren elektronische Klänge, veranstaltet vom Club selbst oder von wechselnden Kollektiven. Unter der Woche öffnet man sich für andere Genres, doch das eigentliche Highlight für unsere Leser: Es werden sexpositive und explizit queere Partys angekündigt. (Eine frühere Berichterstattung, die fälschlich von „Sexpartys“ sprach, wurde korrigiert – der Fokus liegt auf einem offenen, respektvollen Rahmen für sexuelle Vielfalt, nicht auf expliziten Vorführungen.)
Gerade die Kombination aus Darkroom, queerer Programmierung und zentraler Lage könnte das AMT schnell zu einem Anlaufpunkt für die LGBTQIA+- und Fetisch-Community machen. Ob sich hier langfristig eine feste Szene etabliert, bleibt abzuwarten, doch die Zeichen stehen gut.
AMT – erste Fakten im Überblick
- 📍 Ort: Dircksenstraße 114, 10179 Berlin (S-Bahnbögen Alexanderplatz)
- 📅 Eröffnung: voraussichtlich März 2026
- 🎚️ Ausstattung: zwei Tanzflächen, Darkroom, Chill-out-Area
- 🎶 Musik: elektronisch (Wochenende), genreoffen (unter der Woche), sexpositive & queere Partys
- 🧑💼 Betreiber: Robert Havemann (Velvet, Wellenwerk)
Warum das AMT für die Erotikbranche relevant ist
Auf den ersten Blick ist es „nur“ ein weiterer Club. Doch für die sexpositive Community und die Erotikwirtschaft ist die Nachricht ein Signal: Orte, die sexuelle Vielfalt integrieren und nicht verstecken, werden wieder mehr. Der Darkroom ist nicht als schmuddelige Abstellkammer geplant, sondern als fester Bestandteil der Architektur. Das zeigt, dass Betreiber Havemann die Bedürfnisse einer liberalen Clubkultur ernst nimmt.
Für roksa berlin als Erotikverzeichnis sind solche Locations zentral: Sie bieten Raum für Begegnungen, die über die reine Tanzfläche hinausgehen – ob für Paare, Queers, Neugierige oder Fetisch-Interessierte. Sollte sich das AMT als Treffpunkt etablieren, könnte es sogar neue Impulse für die umliegende Erotik-Infrastruktur (Sexshops, Beratungsstellen, Dating-Treffs) am Alex geben.
Zwischen Euphorie und Skepsis
Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Anwohner fürchten Lärm, und die Clubszene fragt sich, ob die Mieten in den S-Bahn-Bögen langfristig tragbar sind. Zudem ist die Konkurrenz in Berlin groß. Doch die erste Resonanz in sozialen Medien ist überwältigend positiv – viele freuen sich über einen neuen Ort, der queere und sexpositive Kultur ins Zentrum holt.
Wir von roksa berlin werden die Entwicklung genau begleiten. Besonders spannend: Welche Kollektive werden einziehen? Wie wird der Darkroom angenommen? Und wie reagiert das Publikum auf die Mischung aus Mainstream-Techno und sexpositiven Nächten? Wenn das AMT es schafft, beides authentisch zu verbinden, könnte es schnell ein neuer Stern am Berliner Party-Himmel werden.
Fazit: Ein mutiges Projekt mit Potenzial
Das AMT ist mehr als nur ein weiterer Club – es ist ein Bekenntnis zur Vielfalt der Berliner Nachtkultur. Dass mitten am Alexanderplatz ein Ort entsteht, der Darkrooms, queere Partys und elektronische Musik vereint, ist ein starkes Signal. Ob sich der Club langfristig etablieren kann, hängt von der Akzeptanz der Nachbarschaft, der Programmqualität und der Community ab. Die Chancen stehen gut. Wir werden berichten.